Ephedra Ephedrin

Vorkommen

Ephedrin ist ein Alkaloid, welches hauptsächlich in der Ephedra - Pflanze vorkommt. In Deutschland ist diese Pflanze umgangssprachlich als Meerträubel oder Mormonentee bekannt. In der chinesischen Medizin spielt sie unter dem Namen Ma - Huang eine große Rolle. Die Ephedra - Pflanze enthält Ephedrin als Hauptbestandteil und weiterhin die Stoffe Pseudoephedrin und Norephedrin, die abgewandelt sind und chemisch der Zusammensetzung des Ephedrin ähneln. In ihrer Komplettzusammensetzung enthält die Pflanze einen Alkaloidgehalt zwischen 0,5 und 3,5 % und enthält ansonsten lediglich geringe Mengen Gerbstoffe.
Die Ephedra - Pflanze selbst gehört zu der Familie der Meerträubelgewächse und hat die Eigenschaften scharf, bitter und giftig. Optisch sieht die Pflanze aus wie eine Mischung aus Ginster und Schachtelhalm. Die stärkste Form ist die chinesische Verwandte Ma-Huang, lateinisch als Ephedra sinica bezeichnet. Die Wirkung der europäischen und amerikanischen Arten ist wesentlich milder. Alle Arten der Meerträubel-Familie enthalten den Wirkstoff Ephedrin oder ephedrinähnliche Verbindungen. Zur Gewinnung werden junge Routenzweige genutzt, die das ganze Jahr über, jedoch vorzugsweise im Herbst gesammelt werden können.
Die Pflanzen, die in Asien, Amerika und Europa heimisch sind, können sich gut an Hitze und Trockenheit anpassen und sind winterhart. Die mehrjährige Pflanze erreicht eine Höhe von 30 bis 60 cm. Die Stiele der Pflanze sind rutenartig und in Form eines Schachtelhalms, meist blattlos. Zwischen März und Mai liegt die Blütezeit der Pflanze mit unscheinbaren und kleinen Blüten. Daraus entwickeln sich anschließend rote, fleischige Beeren in Zapfenform.
Sie sind gut an Hitze und Trockenheit angepasst und winterhart. Idealerweise erfolgt die Aussaat im Herbst, um die Pflanze dann halbjährig zu teilen. Bevorzugt wird ein sonniger Platz mit trockenem Boden ohne stauende Nässe. In geringeren Mengen kommt Ephedrin auch im Eisenhut, in der Europäischen Eibe und im Kathstrauch vor.

Synthetische Herstellung

Technisch ist es möglich, das Ephedrin der Ephedra - Pflanze nachzuahmen und synthetisch herzustellen. Das Hydrochlorid wird als Ephedrinhydrochlorid bezeichnet und ist eine weiße Substanz, bestehend aus kleinen Kristallen, die für die Herstellung ephedrinhaltiger Medikamente verwendet wird. Der Prozess der Synthetisierung gleicht dem der Gewinnung vom Kokain aus den Blättern der Kokapflanze.

Wirkung

Chemisch entspricht das Ephedrin annähernd dem Adrenalin, welches unser Körper selbst produziert. Es gehört in die Gruppe der Amphetamine. Somit hat es aufputschende Wirkung und wird teilweise als Grundsubstanz illegaler Drogen genutzt oder dient diesen als Vorbild. Deshalb unterliegt die synthetische Variante einer strengen Kontrolle, denn illegale Drogen mit aufputschender Wirkung können sehr leicht abgeleitet werden.
Die Grenze zwischen synthetischer und natürlicher Substanz ist aufgrund der chemischen Ähnlichkeit äußerst schwer zu ziehen. Für die Herstellung von Amphetaminen wie Ecstasy oder MDMA wird nicht, wie zumeist angenommen, vollsynthetische Grundsubstanz genutzt sondern eine leicht abgewandelte Form des natürlichen Ephedrin mit einer höheren und damit gefährlicheren Wirkung.
Durch die Stimulanz der adrenergen Transmission werden Noradrenalin und Adrenalin freigesetzt. Die Substanz ist gehirngängig, da es keine Hydroxylgruppe am Phenylring aufweist. Allerdings ist die Affinität zu alfa - oder beta - Rezeptoren nicht gegeben. Ephedrin steigert die Proteinsynthese bei gleichzeitiger Verringerung der Proteinabbaurate. Die Körpertemperatur steigt, was wiederum eine erhöhte Fettverbrennung nach sich zieht. Eine daraus resultierende euphorische und aphrodisierende Wirkung ist jedoch unangenehmer weise mit Errektionsstörungen verbunden.
Die Wirkung des Ephedrin ist aufputschend und antriebssteigernd. Es stimuliert den Sympathikus, die Wirkungsweise wird in der Fachsprache als sympathomimetisch bezeichnet. Die Substanz gehört zur Gruppe der Stimulantien. Durch diese Eigenschaft hat es Ephedrin auf die Dopingliste geschafft, wenngleich der Stoff nicht illegal also verboten ist. Die Wirkung selbst kann mit denen der Amphetamine verglichen werden, jedoch wirkt Ephedrin in abgeschwächter Form über einen längeren Zeitraum. Das Herz-Kreislaufsystem wird animiert, der Blutdruck und die Herzfrequenz gesteigert. Ähnlich wie das körpereigene Adrenalin stimuliert es alpha- und beta-Rezeptoren, die wiederum eine Freisetzung der Nebennierenhormone Adrenalin und Noradrenalin hervorrufen. Der Symphatikus wird erregt. Dadurch erhöhen sich Puls und Blutdruck, die Atmung steigert sich, die Blutgefäße werden verengt. Die Muskeleigenreflexe nehme zu, der Blutzuckerspiegel steigt, es werden mehr Kalorien verbrannt. Die Schweißproduktion nimmt zu, die Bronchien und die Pupillen erweitern sich. Während die psychische Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit zunehmen, sinken Hungergefühl und Sexualtrieb. Weitere Symptome sind Mundtrockenheit und herabgesetzte Darmperistaltik. Die Freisetzung von Dopaminen wird indirekt gefördert, denn durch die Hemmung der Dopaminaufnahme erhöht sich die Dopaminkonzentration im synaptischen Spalt und stimuliert dadurch die Belohnungszentren im Gehirn. Die Stimmung wird ausgelassen, entspannt, teilweise euphorisch.
Anders als bei Amphetaminen jedoch affektiert das Ephedrin nicht die Psyche. Wahrnehmungstörungen, Aggressionen oder hochreaktive Emotionen sowie psychische Abhängigkeit bleiben weitestgehend aus.
Die ersten Reaktionen zeigen sich innerhalb der erstenStunde, jedoch nicht innerhalb der ersten 20 Minuten. Der Höhepunkt wird nach ungefähr einer Stunde erreicht und dauert zwischen einer und zwei Stunden, bevor die Wirkung langsam innerhalb von zwei bis drei Stunden langsam stufenlos nachlässt. Die Nachwirkungen halten weitere zwei bis drei Stunden an, sodass sich die Gesamtwirkung über vier bis sieben Stunden erstreckt. Die Wirkung ist während der gesamten Zeit überwiegend homogen, ein leeres Gefühl nach Wirkungsende bleibt aus, sodass auch die Gefahr einer Abhängigkeit relativ gering ist. Nach Abklingen der Symptome sind für die Dauer von 24 Stunden Nebeneffekte wie Lichterscheinungen oder optische Täuschungen möglich. Meist setzt durch die körperlich hohe Anstrengung Müdigkeit und Schlappheit ein.
Diese Werte werden bei der maximalen Höchstmenge von 70 mg Ephedrin durchschnittlich erzielt. Die normale Dosierung aus medizinischer Sicht beträgt jedoch in der Regel 25 mg.

Positive Wirkungen

Ephedrin wirkt individuell verschieden und hängt auch von der ursprünglichen Stimmungslage ab. Die beschriebenen Wirkungen umfassen ein Gefühl der Leichtigkeit und der Entspannung, eine positive Stimmungslage, einen ausgeprägten Bewegungsdrang, hohe Konzentrationsfähigkeit und Leistungsvermögen, ein gesteigertes Mitteilungbedürfnis und ein allgemeines Wohlbefinden.

Negative Wirkungen

Als unangenehm wird die Mundtrockenheit und der erhöht Harndrang beschrieben. Weiterhin treten starkes Schwitzen, vorübergehende Schlaflosigkeit und Herzklopfen auf.

Chemische Eigenschaften

Die chemische Bezeichnung des Ephedrin lautet alpha-[1-(Methylamino)ethyl]benzen-methanol oder 2-Methylamino-1-phenyl-1-propanol mit der Formel C10H15NO und einer Molekülmasse von 165,24 Der Schmelzpunkt liegt bei 40°C bzw. 188°C und der Siedepunkt bei 225°C.

Konsum

Das natürliche Ephedrin ist frei erhältlich und wird nicht zu den illegalen Substanzen gezählt. Die gesundheitliche Gefahr ist jedoch nicht zu unterschätzen, auch wenn sie nicht mit der Wirkung von Ecstasy oder Speed vergleichbar ist. Anfällig für gesundheitliche Stzörungen sind aufgrund der anregeden, aufputschenden Wirkung vorrangig Personen mit Herz-Kreislauf-Problemen und einem schwachen Allgemeinzustand. Bei Ephedrin ist legal nicht gleichzusetzen mit ungefährlich, von einer Selbstmedikation ist unbedingt abzuraten.

Darreichungsformen

Ephedrin ist in verschiedenen Formen über das Internet erhältlich. Sowohl als Kaugummi, als Pulver oder auch als Kapsel mit zusätzlichen psychogene Stoffen kann Ephedrin erworben werden. Die Anschaffungskosten sind aufgrund der Legalität niedrig.

Dosierung

Die Dosierung von Ephedrin kann nicht pauschalisiert werden. Vor allem Patienten mit einem geschwächten Kreislauf sollten komplett auf den Konsum verzichten, da der Stoff das Kreislaufsystem stimuliert.
Bei einer Einnahmemenge von 10 - 25 mg ist lediglich eine Erweiterung der Bronchien und eine minimale Leistungssteigerung zu verspüren. Die Einnahme ist aus medizinischer Sicht zur Stimulation vetretbar.
Bei einer Einnahme von 30 - 60 mg erfolgt eine deutliche Stimulierung mit einer hohen Steigerung der Leistungsfähigkeit. Bereits ab 75 mg beginnt die Gefahr einer Überdosierung mit starkem Herzklopfen und geistigen Verwirrungszuständen. Innerhalb von 24 Stunden darf die Komplettdosis von 300 mg auf keinen Fall überschritten werden, da sonst gesundheitliche Schäden nicht auszuschließen sind.

Überdosierung

Überdosierungen treten bei verschiedenen Personen unterschedlich scnell ein, ein bestimmter Dosiswert kann nicht angegeben werden. Zeichen einer Überdosierung mit Ephedrin sind Hallizunationen und Desorientierung. Muskelgruppen können unkontrolliert zucken bis hin zur gesteigerten Form des epileptischen Anfalls. Personen mit einer Überdosierung wirken meist paranoid oder ängstlich. Im schlimmsten fall treten Herzattacken oder Schockzustände auf.

Wechselwirkungen mit anderen Mitteln

Im günstigsten Fall wird die Einnahme von Ephedrin nicht mit anderen psychoaktiven Stoffen kombiniert. Geringe Mengen Kaffee sind in Verbindung akzeptabel, aber bereits bei höherem Coffein-Genuß ist Vorsicht geboten, denn Coffein erhöht das Suchtpotential bei ephedrinhaltigen Substanzen.
Bodybuilder und Kraftsportler mixen häufig einen gefährlichen Cocktail aus Ephedrin, Aspirin und Coffein, was angeblich den Muskelaufbau anregen und die Fettverbrennung steigern soll. Die gesundheitlichen Gefahren für das Kreislaufsystem steigen jedoch enorm.
Extrem gefährlich ist die Mischeinnahme mit Alkohol. Ephedrin stimuliert den Sympatikus und wirkt somit leistungssteigernd. Ein erhöhter Alkoholspiegel im Blut hat dadurch kaum Einfluss auf die Körperfunktionen und wird vom Konsumenten kaum wahrgenommen. Die für Alkohol übliche Wirkung bleibt aus, der Konsument fühlt sich nüchtern und leistungsstark, doch der Alkoholspiegel vermindert Wahrnehmung und Reaktionszeit und ist besonders beim Autofahren höchst gefährlich.
Da sowohl Ephedrin als auch Alkohol die Leber schädigen, multipliziert sich die leberschädigende Wirkung durch diesen Cocktail. Auch Nierenschäden sind aufgrund erhöhter Entwässerung nicht auszuschliessen.
Auch in Kombination mit Medikamenten erhöht sich die negative Wirkung auf Leber und Nieren, es besteht die Gefahr eines chronischen Organschadens.
Die Erhöhung der Wirkung durch zusätzliche synthetische Drogen wie Ecstasy, Kokain oder Speed kann lebensbedrohlich sein, da sich durch die künstliche Anhebung des Serotonin-Spiegels der kumulative Effekt einstellt.
Medizinische Einwände gegen die zusätzliche Einnahme von psychoaktiven Substanzen wie halluzinogenen Pilzen oder LSD gibt es hingegen nicht. Lediglich die Wahrnehmung kann verstärkt werden, was bei einem negativen Erlebnis nicht besonders erfreulich ist.

Medizinische Anwendung

Noch vor wenigen Jahren wurde Ephedrin in Asthmasprays eingesetzt, um die Bronchienerweiterung herbei zu führen. Durch den medizinischen Fortschritt sind mittlerweile jedoch Substanzen mit weniger Nebenwirkungen auf dem Markt, die das Ephedrin weitgehend verdrängt haben. Bei Diätprodukten jedoch findet die Substanz nach wie vor Anwendung, da es appetitzügelnd wirkt.
Anwendung findet Ephedrin noch bei der Behandlung von Kreislaufschwäche oder Hypotonie. Gerade schwangere Frauen leiden oft unter einem schwachen Blutdruck und können mit minimalen Mengen behandelt werden. Das Mittel zweiter Wahl ist Ephedrin bei der Narkolepsie. Als Ersatz für Atropin wird Ephedrin auch in der Augenheilkunde eingesetzt. Oft wird die Substanz fälschlicherweise mit Ephinedrin verwechselt.
Noch Anwendung findet Ephedrin heute in der Naturmedizin. Ihr wird eine heilende Wirkung für verschiedene Symptome nachgesagt. Ephedrin hat folgende Eigenschaften, die in der Naturheilkunde Anerkennung finden: es wirkt anregend und antitussiv, antiviral und appetithemmend. Es steigert den Blutdruck und erweitert die Bronchien, während es die Gefäße verengt. Der Harn und Kreislauf werden angeregt, Husten gelindert. Ephedrin wirkt schweißtreibend und erwärmt den Organismus. Daher findet es in der Pflanzenheilkunde bei diversen Erkrankungen und Beschwerdebildern wie Asthma, Atemwegserkrankungen und Bronchospasmus, bei Heuschnupfen und Katarrh bis heute Anwendung.

Die Geschichte des Ephedrin

Im Jahre 1887 gelang deutschen Wissenschaftlern an der Humboldtuniversität zu Berlin die Erstsynthese. Der Rumäne Lazar Edeleanu arbeitete damals an seiner Promotion und entdeckte das Amphetamin zufällig, während er Forschungen über die Derivate Phenylmethacrylsäure und Phenylisobuttersäure betrieb. Den entdeckten Stoff gab er den Namen Phenisopropylamin. Zeitgleich isolierte ein japanischer Wissenschaftler namens Nagayoshi Nagai das Hauptalkaloid aus der Pflanze Ephedra distachya, die damals bereits unter dem Namen Meerträubel in Europa bekannt war. Die Bedeutung seiner Entdeckung war ihm damals nicht bewusst und bis zur Erfolgsgeschichte von Ephedrin sollten 45 Jahre vergehen.
Im Jahre 1910 gelang es in London zwei Wissenschaftlern, die Ähnlichkeit zwischen Adrenalin und Amphetamin herzustellen. Während eines Forschungsprojektes "Chemical structure and sympathomimetic action of amines" gelang dieser große Schritt dem Pharmakologen und Neuropsychologen Dr. Henry Dale und seinem Kollegen dem Chemiker George Barger am Wellcome Physiological Research Laboratories. Doch noch immer hatte das Amphetamin keine medizinische Bedeutung und es mussten weitere 17 Jahre verstreichen, bis im Jahre 1927 der britische Chemiker Dr. Gordon Alles an der University of California in Los Angeles nach einem Substitut für das Ephedrin forschte. Er resynthetisierte Edeleanus Phenisopropylamin und verlieh ihm den Namen Amphetamin, den er aus der heute veralteten chemischen Bezeichnung alpha-Methylphenethylamin ableitete. Somit konnte das neu entwickelte dl-Amphetamin künstlich hergestellt und preiswert sowie großflächig produziert werden. Das sehr seltene natürlich gewonnene Ephedrin konnte kostengünstig ersetzt werden. Der Siegeszug der amerikanischen Vermarkter begann unter dem Namen Benzedrine.
Im Rahmen seiner Forschungen unternahm Dr. Alles 1929 einen Selbstversuch mit dem Amphetamin. Er entdeckte die stimulierende und erheiternde Wirkung, vernahm Herzklopfen und ein angenehmes Wohlgefühl. Seine Gedanken kreisten wild umher und förderten seine Kreativität, er war voller Energie und leistungsfähig. Auch Dr. George Pines testete sie an sich selbst, bevor er sie unter dem neuen Markennamen Benzedrine erfolgreich bei seinen Asthma - Patienten einführte.
Nun begann ein langer Krieg und eine intensive Auseinandersetzung um Patente und Rechte am Produkt. Die Einigung ließ bis Anfang der 30er auf sich warten. Das Pharmaunternehmen Smith, Kline and Frensh Laboratories Ltd. durfte ab 1932 das synthetisierte Amphetamin von SFK für Asthmatiker verkaufen. der Name des Präparates war ebenfalls Benzedrin. Dr. Gordon Alles erhielt eine Umsatzbeteiligung und wurde wegen des durchschlagenden Erfolges des Medikamentes ein reicher Mann. Eine weitere Markteinführung erlebte der amerikanische Pharma-Markt im Jahre 1936, als die ersten Benzedrine-Tabletten mit einem Gehalt von je zehn Milligramm dl-Amphetamin rezeptfrei für alle Konsumenten erhältlich waren.
Nur ein Jahr später erweiterte sich das Behandlungsfeld des Präparates. Der Kinderarzt Charles Bradley M.D hatte an der University of California Medical School eng mit Dr. Alles zusammengearbeitet und kannte die Studienergebnisse des Ephedrin. Nun testete er das Amphetamin an seinen Narkolepsie-Patienten in St. Louis und bemerkte gesteigerte Aktivität und Konzentrationsfähigkeit. Er ging einen Schritt weiter. Da er zusätzlich zum Studium in Philadelphia Neurologie studiert hatte, unternahm er einen weiteren Versuch. Er verabreichte die Substanz an Kinder mit starken Schmerzen. Diesen Test unternahm er am Emma Pendleton Bradley Hospitals in Rhode Island, als dessen Leiter er fungierte. Er bezweckte mit dem Versuch eine Stimmungssteigerung der kranken Kinder, aber er bemerkte eine zentrale Stimulanz, die mit einer Steigerung der Konzentration einherging. Die teils hyperaktiven Kinder reagierten positiv auf die Substanz, ihre Hyperaktivität ließ nach. Dr. Charles Bradley schlussfolgerte einen paradoxen Wirkungsmechanismus des Amphetamin mit aktivitätsfördernder Wirkung bei Erwachsenen, während es auf Kinder beruhigend wirkte. Diesen Effekt beschrieb er im Jahr 1937 unter dem Titel "The Behavior of Children receiving Benzedrine" im American Journal of Psychiatry.
Für viele Jahre spielte das Präparat eine große Rolle in der Medizin, bis es im Jahre 1959 von der U.S. FDA vom Markt genommen wurde. Alle amphetaminhaltigen Inhalationsmedikamente verloren damals ihre Zulassung, so auch das Benzedrine. Die Ursache war die starke Zunahme von Konsum zur Stimmungsaufhellung ohne medizinische Indikation. Patienten ließen sich das Präparat verschreiben und nutzten es dann als Droge. Jedoch dauerte es fünf Jahre, bis die Gesundheitsbehörde eine Lücke entdeckte. Erst im Jahre 1960 war auf dem Markt ein Methamphetamin-Inhalator mit gleicher Wirkung eingeführt, der dann konsequenterweise auch aus den Rezeptbüchern verschwand. Durch die Zunahme illegaler Drogen wurde das Betäubungsmittelgesetz weiter verschärft. In Deutschland steht es seit der Neufassung des Gesetzes im Jahre 1981 unter verkehrsfähige und verschreibungspflichtige Betäubungsmittel. Bis 2001 waren Präparate mit Ephedrin relativ unkompliziert in deutschen Apotheken erhältlich. Aufgrund des erhöhten Missbrauchs wurde der Zugang erschwert.

Rechtlicher Hintergrund

Die Abgabe des Ephedrin wird in Deutschland durch das Grundstoffüberwachungsgesetz eingeschränkt, da es als Grundstoff zur Herstellung verbotener Betäubungsmittel genutzt werden kann. In Kombination mit Koffein und Aspirin wirkt es wie Doping mit leistungssteigernder und appetitzügelnden Wirkung und ist als solches verboten. In den USA war Ephedrin in verschiedenen Präparaten beispielsweise als Wachmacher noch vor wenigen Jahren erhältlich, wurde aber mittlerweile komplett vom Markt genommen. Zum einen, weil andere ungefährlichere Stoffe mittlerweile erhältlich sind. Zum anderen besteht die Gefahr, dass die Grundsubstanz zur Drogenherstellung mißbraucht wird. Das Kombinationspräparat Vencipon zur Appetitshemmung als Unterstützung bei Diäten war auch in Deutschland auf dem Markt, wurde aber mittlerweile komplett abgesetzt. Seit einer Änderung des Arzneimittelgesetzes aus dem Jahr 2006 sind alle ephedrinhaltigen Substanzen und Pflanzenteile rezeptpflichtig, auch das Ephedra-Kraut selbst.

Text: © 2008-2009 lightblue-software e.K. - am Binngraben 6 - 94209 Regen; Deutschland - Tel: +49-9922-8049204 - Fax: +49-9922-8049205
Partnersites: - Low Carb Pizza - Ling Zhi - Ferienwohnungen Mueritzsee - Polyporus